Die Kraft des ehrlichen Vertrauens in der Führung.

von | Sep. 23, 2026 | Erfolgreich Führen, Im Puls der Zeit

„Swaantje, wir vertrauen dir da.“

So klar hat es ein Kunde heute zu mir gesagt. Ich habe mich darüber gefreut, gleichzeitig hat mich der Satz noch eine Weile beschäftigt.

Nicht nur, weil er ihn ausgesprochen hat. Sondern weil ich in der Zusammenarbeit mit ihm merke, dass er auch so gemeint ist.

Ich bekomme nicht nur einen Auftrag, sondern auch den Raum, ihn so anzugehen, wie ich es fachlich für richtig halte. Natürlich innerhalb klarer Rahmenbedingungen.

So kam mir der Gedanke:
Was für ein Potenzial lassen wir eigentlich in unseren Unternehmen liegen, weil wir genau das unseren Mitarbeitenden oft nicht zutrauen?

Wir reden viel über Eigenverantwortung und ich höre häufig, dass Mitarbeitende mehr davon übernehmen sollen.

Aber wie viel Vertrauen geben wir ihnen tatsächlich?

Und damit meine ich nicht, den Satz „Ich vertraue dir“ auszusprechen, sondern das, was danach kommt.

Darf jemand tatsächlich selbst entscheiden? Einen anderen Weg wählen als den, den ich gewählt hätte? Eine eigene Lösung finden? Vielleicht sogar einen Fehler machen, ohne dass ich beim nächsten Mal wieder enger führe?

Ich kenne die andere Seite übrigens ziemlich gut.

Auch ich bin in meiner Führung phasenweise ins Mikromanagement gerutscht.

Nicht, weil ich meinen Leuten nichts zugetraut hätte, ganz im Gegenteil. Ich hatte einfach ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie etwas laufen sollte.

Nur, wenn ich Menschen immer wieder signalisiere, dass ich am Ende doch besser weiß, wie es geht, brauche ich mich irgendwann nicht zu wundern, wenn sie genau darauf warten.

Dann wird aus Eigenverantwortung ziemlich schnell: Sag mir, was ich machen soll.

Genau da beginnt etwas, worüber wir uns in Führung später gerne beklagen: Dienst nach Vorschrift.

Nicht unbedingt, weil Menschen keine Verantwortung übernehmen wollen. Sondern vielleicht auch, weil sie irgendwann gelernt haben, dass ihre eigene Lösung gar nicht wirklich gefragt ist.

Genau deshalb hat mich dieser eine Satz heute beschäftigt.

Vertrauen ist nicht das, was ich meinen Mitarbeitenden sage. Es zeigt sich darin, was ich ihnen tatsächlich zutraue.Größere Bilddarstellung aktivieren,