𝐅ü𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠 𝐡𝐞𝐢ß𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭, 𝐒𝐢𝐜𝐡𝐞𝐫𝐡𝐞𝐢𝐭 𝐳𝐮 𝐠𝐞𝐛𝐞𝐧.
Vielleicht kennst du diesen Moment.
Ich saß mit einer Führungskraft im Coaching.
Irgendwann sagte sie einen Satz, den ich in ähnlicher Form schon oft gehört habe:
„Ich habe das Gefühl, ich müsste meinem Team gerade die Sicherheit geben.“
Ich fragte sie:
„Was genau meinst du mit Sicherheit?“
Sie dachte kurz nach und sagte dann:
„Dass ich die Antworten habe. Dass ich weiß, wie es weitergeht.“
Alle schauen auf dich.
Das Team wartet auf Orientierung, gleichzeitig weißt du selbst noch nicht genau, wie sich alles entwickeln wird.
Der Markt verändert sich.
Strukturen verändern sich.
Prioritäten verschieben sich.
Irgendwo im Raum steht diese unausgesprochene Erwartung:
Die Führungskraft muss doch wissen, wie es weitergeht.
In solchen Momenten entsteht Druck.
Der Druck, Sicherheit herstellen zu müssen.
Den Weg klar benennen zu müssen.
Die Zweifel der anderen auflösen zu müssen.
Ich dachte in diesem Moment:
Vielleicht liegt genau hier eines der größten Missverständnisse moderner Führung.
Denn Unsicherheit gehört längst zum Alltag von Verantwortung.
Die Aufgabe der Führung liegt deshalb nicht darin, Unsicherheit zu beseitigen, sondern darin sie auszuhalten und Menschen durch Unsicherheit zu begleiten, ohne ihnen die Verantwortung abzunehmen.
Das bedeutet zum Beispiel:
1. Orientierung geben
auch wenn Du selbst noch nicht alle Antworten hast.
2. Vertrauen aussprechen
dass Menschen selbst Lösungen entwickeln können, statt diese vorschnell vorzugeben.
3. Verantwortung zumuten
weil genau dort Selbstwirksamkeit und Entwicklung entsteht.
Führung bedeutet also nicht, jede Unsicherheit zu lösen.
Manchmal bedeutet Führung auch, den Raum zu halten,
in dem Menschen lernen, selbst damit umzugehen, und vielleicht ist genau das eine der anspruchsvollsten Aufgaben moderner Führung.
Kennst du diesen Moment, in dem dein Team Antworten erwartet, die du selbst noch nicht hast?
Führung und Sicherheit
